In Museen und Ausstellungen, Rhönbüchern und Ortschroniken erscheinen immer wieder Fotos von Adolf Benkert. Meist sind diese Aufnahmen ohne eine Namensnennung des Fotografen. Adolf Benkert hat seine Bilder namentlich nicht gezeichnet, weder gestempelt noch signiert.
Er porträtierte die Menschen bei der Arbeit, die Dörfer und die Landschaft rund um den Kreuzberg, von den 20er bis zu den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Man darf Adolf Benkert als einen der wichtigsten Foto-Chronisten der Rhön bezeichnen.
Nur wenigen ist der Name Adolf Benkert als Rhönfotograf heute noch bekannt.
1932-1934 haben Dr. Johann Pfeufer - der damalige Kaplan von Waldberg - und Adolf Benkert eng zusammengearbeitet. In seinem Hauptwerk „Rhönerisch und Fränkisch“ von 1938 ist erstmals erwähnt, dass von 113 Aufnahmen im Buch alle Bilder, bis auf zwei Ausnahme, von Adolf Benkert sind. Heute befinden sich die Originalaufnahmen im Rhönmuseum in Fladungen. Auch alle Postkarten vom Kreuzberg, die in damaliger Zeit vom Paulusverlag in Fulda angeboten wurden, sind Aufnahmen von Adolf Benkert. Namentlich ist er als Fotograf auf keiner Karte erwähnt.
Adolf Benkert wurde am 1. Mai 1889 als zweites von insgesamt elf Kindern in Obeweißenbrunn geboren. Als junger Mann kam er 1910 als Gehilfe in das ehemalige Hotel Braun, heute Bruder-Franz-Haus, auf den Kreuzberg.
Mit seinem Dienstherrn (Major) Adolf Braun zog er, als dessen „Bursche“, in den ersten Weltkrieg. Hierbei soll er als Regimentsfotograf tätig gewesen sein. Wie, wann und wo er das Fotografieren gelernt hat ist nicht bekannt.
1918 heiratete Adolf Benkert Berta Martin, die er auf dem Kreuzberg kennengelernt hatte. Im selben Jahr wurde Tochter Frieda und 1920 Sohn Walter geboren.
1930 bis 1932 baute Familie Benkert ihr Wohnhaus auf dem Kreuzberg.
Als leidenschaftlicher Landschaftsfotograf hatte er in seinem Haus zum entwickeln seiner Bilder eine eigene Dunkelkammer. Er unterhielt am Kreuzberg einen Verkaufsstand für Andenken, in dem er unter anderem seine Postkarten verkaufte. Adolf Benkert ist sein Leben lang zu Fuß gegangen, neben der Fotografie waren die Jagd und das Schnitzen von Tieren seine Leidenschaft.
Am 12. April 1982 ist Adolf Benkert in seinem Haus am Kreuzberg im Alter von 93 Jahren friedlich eingeschlafen.
Quellen: Christa Enders „Adolf Benkert – eine Kreuzberglegende“ Landkreisjahrbuch 1912
Reinhold Albert „Der Rhönfotograf Adolf Benkert (1889-1982)“ Ortschronik Oberweißenbrunn 2022
Anton Enders (Frankenheim), mündlich überliefert
Silvya Mathes (Enkelin von Adolf Benkert), mündlich überliefert