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Foto: Frank Hildebrandt

Demenz verstehen

Demenzparcours in den Museen in der Schranne –
Ausstellung, Informationen und Vorträge

Die vhs Rhön und Grabfeld kooperiert seit einigen Jahren mit der Gerontopsychiatrischen Vernetzung in der Region Main-Rhön in Trägerschaft des Diakonischen Werks Schweinfurt e.V.. Im Rahmen dieser Arbeit ist der Demenzparcours von Hands-on Dementia für zwei Tage im Museumskeller der Schranne in Bad Königshofen zu sehen. Die Ausstellung lässt uns einen Tag teilhaben am Leben von Erna Müller. Als Besucher*in sind Sie aufgefordert, sich in 13 alltäglichen Situationen »verwirren« und an Ihre Grenzen bringen zu lassen und sich so interaktiv dem Thema Demenz zu nähern.


Der Demenzparcours lädt zum Besuch ein - am Freitag, 06.11. und am Samstag, 07.11.20 jeweils von 10-13 und 14-17 Uhr. Während der Ausstellungszeiten steht eine Mitarbeiterin der Gerontopsychiatrischen Vernetzung Main-Rhön für Informationen und Gespräche zur Verfügung. Ein Einführungsvortrag zum Thema Demenz findet an beiden Tagen jeweils von 15 - ca. 15.30 Uhr statt. Der Eintritt zur Ausstellung und zum Vortrag ist frei. Für den Vortrag wird um Voranmeldung gebeten unter 09761 / 3337 oder 09776 / 709098-0 oder per eMail an kundenservice@die-vhs.de.
Menschen mit Demenz befinden sich nicht nur in der Wahrnehmung ihrer Mitmenschen in einer „anderen Welt“. Auch für die Betroffenen selber erscheint plötzlich alles fremd: Die Umgebung, sogar die Wohnung und das Bett, scheint nicht mehr das eigene zu sein. Auch Bewegungen funktionieren nicht mehr so, wie es aus dem Gedächtnis doch so einfach und selbstverständlich ist. Und seltsamerweise ist das Bild im Spiegel nicht mehr das eigene…

Die Ausstellung in den Räumen der Museen in der Schranne versucht dieses Gefühl, das Menschen mit Demenz im Verlauf der Erkrankung zunehmend entwickeln, erlebbar zu machen und somit das Verständnis für Demenz im Alltagsgeschehen zu fördern. Denn was brauchen Menschen mit Demenz? Wichtig ist alleine, dass ihre Mitmenschen sie samt den seltsamen Verhaltensweisen und irrationalen Äußerungen als Teil der Gesellschaft verstehen. Sie haben ihren Wert und ihre Berechtigung im Hier und Jetzt und wollen nicht ausgegrenzt werden. Sie wollen gebraucht werden und brauchen Sicherheit in ihrem Sein, die ihnen nur noch verständnisvolle Menschen in ihrer Umgebung ermöglichen können.

Menschen mit Demenz wollen und können meist sehr lange in ihrem eigenen Zuhause bleiben, sogar, wenn sie alleine leben und keine Angehörigen in der Nähe wohnen. Dafür braucht es Verständnis für diese Erkrankung im öffentlichen Leben und ein Hilfssystem in der Kommune, das eine Teilnahme am öffentlichen Leben auch mit dieser Erkrankung möglich macht. Wenn unterstützende Hilfsangebote z.B. für die Versorgung mit regelmäßigen Mahlzeiten/Einkäufen, die Reinigung des Haushalts, evtl. Gartenarbeit vorhanden sind, kann Alltag funktionieren. Dann ist auch eine Teilnahme von Menschen mit Demenz am Vereinsleben oder an Kulturveranstaltungen nicht mehr unmöglich und ermöglichen ein glückliches Alter. Das Ziel ist eine demenzfreundliche Kommune mit Bürgern, für die Menschen mit Demenz einfach dazugehören. Die gerontopsychiatrische Vernetzung in der Region Main/Rhön nimmt sich diesem Thema außerhalb der professionellen Pflege an. Die Mitarbeiterinnen leisten Informations- und Aufklärungsarbeit in allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Sie arbeiten mit Pflegestützpunkten und Fachstellen für pflegende Angehörige zusammen, tauschen sich mit sozialpsychiatrischen Diensten aus und sind in Kontakt mit ehrenamtlichen Hilfsstrukturen.
Text: Karin Steininger-Manske