Erfahrungsaustausch und Blick in die Zukunft der vhs  -
(von links) Simone Müller-Götz, Renate Knaut und Marcel Greier
Text & Foto: Regina Vossenkaul

Wir setzten vermehrt auf Digitales

Mit kleinen Gruppen und einem umfassenden Hygienekonzept geht es während der Corona-Krise weiter

Die Volkshochschule unter Corona-Bedingungen – keine leichte Aufgabe für alle Beteiligten. Viele Lernprogramme und Kurse basieren auf Kommunikation und direktes Feedback. Man motiviert sich gegenseitig und viele Ideen entstehen, wenn sich eine Gruppe von Menschen gegenseitig Stichworte liefert.

Als der Druckauftrag für das letzte Programmheft schon lief, kam am 15. März 2020 der shutdown in Deutschland und vieles lief nicht mehr oder nicht mehr so wie vorher. Nach der schrittweisen Erlaubnis wieder Kurse durchzuführen, wurden Mund-Nasen-Schutz und Abstandsregeln obligatorisch und viele Teilnehmer fragten sich, ob sie zur sogenannten Risikogruppe gehören. Einige Kurse und Reisen wurden gleich abgesagt, andere versuchten sich über das Internet zu organisieren, was eine gewisse technische Ausstattung voraussetzt. „Wir haben alle dazugelernt“, sagt Renate Knaut, Pädagogische Leitung der vhs.

Über die Plattform „Zoom“ oder über eine eigene vhs-cloud mit vielen Funktionen klappte die Verständigung und die Speicherung von Daten nach einiger Zeit, das musste sich erst einspielen. Was möglich war, wurde draußen abgehalten, das war eine der besten Varianten. Manche Kurse wie die Rückenschule zogen um in größere Räume, wo das Abstandhalten besser durchgeführt werden konnte.

Der Zumba-Kurs von Simone Müller-Götz zum Beispiel schaltete auf Zoom um und konnte auf diese Weise als neues Angebot als Sommerkurs nach den Pfingstferien starten. Jede Teilnehmerin war zu Hause vor dem Bildschirm und machte mit.
„Es ist schon komisch, so allein zu sein, die Stimmung in der Gruppe fehlt, ich habe kein direktes Feedback und weiß nicht, wie der Kurs ankommt“, sagte Simone Müller-Götz. Ein kurzer Austausch fand trotzdem immer zwischendurch und am Ende der Kursstunde online statt. Als die ersten technischen Schwierigkeiten beseitigt werden konnten, waren alle begeistert.  
„Der Vorteil: Man ist zuhause, hat keine Anfahrt, spart Geld und Benzin und ist schnell unter der Dusche“, so Müller-Götz. Außerdem werde die Zielgruppe größer, weil man zeitlich ungebundener ist (im Herbstprogramm gibt es drei Abend- und einen Frühkurs), welche z. B. für Schichtarbeiter positiv sind und auch für Orte, die einen längeren Anfahrtsweg zu den Kursorten hätten. „Wir kommen auf diese Weise in jeden Ort, vorausgesetzt, es gibt eine stabile Internetverbindung“, sagt Renate Knaut.

Der Foto-Fachmann Marcel Greier hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Teilnehmer, die weiterhin seine Fotogruppe besuchten, fotografierten während der Woche einzeln, dann wurde über die Ergebnisse gesprochen. Letzteres kann auch übers Internet geschehen, obwohl der Präsenzunterricht immer noch am besten ist. In Zukunft wird es so aussehen, dass man abwechselt und so den Fotografie-Begeisterten eine Weiterbildungsmöglichkeit bietet.

Wie geht es nun unter Corona-Bedingungen weiter?  
Vorträge mit großer Teilnehmerzahl werden zurzeit nicht stattfinden, hier wurde über das Programm vhs Daheim bereits auf „Youtube“ ausgewichen, wo man längere Referate einstellen und abrufen kann. Die Teilnehmer-Gruppen werden kleiner, damit die Hygiene-Vorschriften eingehalten werden können. Machbar sind zum Beispiel wieder Jugend-Tanzkurse, Kochkurse und Theatergruppen – alles mit Abstand. Viele Gruppen arbeiten sowohl zu Hause als auch online.

„Wir müssen alle umdenken und flexibel bleiben. Das Corona-Virus und die Ansteckungsgefahr werden uns noch eine Weile begleiten, wir machen das Beste daraus und schöpfen alle Möglichkeiten aus.“ sagt Renate Knaut dazu.
 
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