HEILPRAKTIKER - mit der vhs zur eigenen Praxis

Daniela Stiel, ehemalige Teilnehmerin am Vorbereitungskurs zum Heilpraktiker fürPsychotherapie im Interview mit Renate Knaut, pädag. Leiterin der vhs Rhön und Grabfeld.

Wie sind Sie auf das Kursangebot „Vorbereitungskurs zum Heilpraktiker für Psychotherapie“ aufmerksam geworden, und was hat Sie veranlasst, sich zu diesem Kurs anzumelden?
Auf das Kursangebot wurde ich beim Durchblättern des vhs-Programmheftes aufmerksam. Tatsächlich hatte ich mir schon ein paar Jahre vorher Infos einer anderen Schule zukommen lassen, die für diesen Kurs warb. Zwischenzeitlich hatte ich auch erst angefangen, Psychologie zu studieren und die Möglichkeit des Heilpraktikers für Psychotherapie verworfen. Von dem Kursangebot las ich dann zu dem für mich perfekten Zeitpunkt. Ich sah den Kurs als die Chance an, beruflich das zu erreichen, was ich schon immer wollte: mit Menschen zu arbeiten, sie in Krisen zu unterstützen und gemeinsam tragbare Lösungen zu finden.

Haben Sie im Vorfeld an einer Info-Veranstaltung der vhs teilgenommen? haben Sie an einem solchen teilgenommen?
Es gab im Vorfeld einen Infoabend. Allerdings hatte dieser schon stattgefunden, als ich von dem Kurs erfuhr. Ich bin also direkt „ins kalte Wasser gesprungen“. Von anderen Gruppenmitgliedern weiß ich aber, dass der Infoabend den letzten Impuls zur Anmeldung gegeben hatte.

Wie verlief der Kurs? Wie wurden die Inhalte vermittelt, wie fand die Vorbereitung auf die Prüfung statt? Wie war das Lernen in der Gruppe? Wie haben Sie die Kursleiterin empfunden (Kompetenz, Methodik, ...)
Ich kann mich noch gut an unsere erste Stunde erinnern und vor allem daran, wie „erschlagen“ wir uns fühlten, als uns der Umfang dessen gewahr wurde, auf was wir uns eingelassen hatten. Aber uns musste klar sein, dass wir gar nicht genug lernen konnten im Hinblick auf die Verantwortung, die wir später in der Arbeit mit und für unsere Klienten übernehmen wollten. Unsere Dozentin, Ursula Volpert (selbst Heilpraktikerin für Psychotherapie), hat uns von der ersten Stunde an unterstützt. Ihre Skripte, die sie immer auf dem aktuellsten Stand hielt, vermittelten die umfangreiche Theorie sämtlicher nur denkbaren psychischen Störungen. Die Aktualität der Kursunterlagen möchte ich besonders betonen. Wichtig sind nämlich nicht nur die neuesten Erkenntnisse im psychopathologischen Bereich, sondern auch diverse Rechtsgrundlagen. Gerade hier gibt es immer wieder Neuerungen. Würde hier mit veralteten Unterlagen gearbeitet werden, bräuchte niemand erst zur Prüfung antreten. Ich habe in den letzten 20 Jahren einige Fort- und Weiterbildungen gemacht, aber wie die Inhalte dieses Kurses vorbereitet wurden, war wirklich beispielhaft. Doch kam es im Kurs wie auch in der späteren Praxis in erster Linie auf die zwischenmenschlichen Beziehungen an. Wir profitierten von Uschis praktischem Erfahrungsschatz, ihrer Empathie und Kompetenz. Unzählige Fragen wurden geduldig beantwortet und immer wieder hat sie uns bestärkt und ermuntert durchzuhalten, wenn wir vor der Fülle des Lehrstoffes zu kapitulieren drohten. Meiner Meinung nach steht oder fällt ein Kurs über eine so lange Zeit mit dem Dozenten. Aber nicht nur Uschi sondern die komplette Gruppe erwies sich als absoluter Glücksgriff. Ich habe in dem Kurs unglaublich tolle Menschen kennengelernt. Gerade bei so einem Kurs bringt sich jeder auch sehr persönlich ein, was ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen voraussetzt. Das war durch Uschi und die ganze Gruppe gegeben.

Wie haben Sie die Zeit mit Berufstätigkeit und diesem doch recht umfangreichen Kurs, der ja auch einiges an Vor- und Nachbereitung erfordert, erlebt? Wie lief es mit der Zeiteinteilung, der Organisation des Lernens zu Hause?
Der Kurs selbst fand glücklicherweise samstags statt. Dennoch war es neben dem Job eine unglaublich stressige Zeit. Neben den Kurstagen mussten wir sehr viel lesen, lernen und vorbereiten und dementsprechend privat einiges umorganisieren. Da blieb neben dem Beruf schon einiges auf der Strecke. Ohne den Rückhalt meiner Familie wäre das ziemlich schwierig wenn nicht gar unmöglich gewesen! Auch das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe hat mir geholfen – wir saßen ja alle im gleichen Boot und wollten es gemeinsam schaffen. Es war eine sehr intensive, anstrengende aber auch absolut lohnende Zeit.

Hätten Sie die Prüfung beim Gesundheitsamt auch ohne diesen Kurs ablegen können? Inwieweit hat Ihnen der Kurs für die Prüfung geholfen?
In meinen Augen war der Kurs die perfekte Vorbereitung auf die Prüfung vor dem Gesundheitsamt. Ohne diese Vorbereitung hätte ich mein Zertifikat sicherlich nicht bekommen! Klar, für die schriftliche Prüfung mussten wir viel Theorie büffeln, aber für die mündliche Prüfung hätte das allein auch nicht ausgereicht. Da war der praktische Teil des Vorbereitungskurses unglaublich hilfreich. Unsere Dozentin Uschi hatte sogar eine CO-Prüferin engagiert, um mit uns die Prüfungssituation so realistisch wie möglich nachzubilden.

Wie verlief die Prüfung?
Während die schriftliche Prüfung aus Multiple-Choice-Fragen bestand, die mit den im Kurs vermittelten Inhalten gut zu machen war, ging es in der mündlichen Prüfung schon richtig zur Sache. Hier musste wirklich bewiesen werden, dass man der Verantwortung später gerecht werden kann. Neben der Theorie wurde hier vor allem überprüft, ob das Wissen in die Praxis transferiert werden kann und ob Klienten guten Gewissens zu uns in die Praxis kommen können.

Wie ging es nach der Prüfung weiter?
Nach der Prüfung habe ich noch Weiterbildungen in verschiedenen Therapieverfahren gemacht, um meinen späteren Klienten wirklich gerecht werden zu können. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten, ich habe mich ganz klassisch für verhaltenstherapeutische und klientenzentrierte gesprächspsychotherapeutische Ansätze entschieden. Außerdem habe ich noch eine Ausbildung zur Mediatorin gemacht und Fortbildungen zur Trauerbegleiterin und Depressionsberaterin. Ungefähr ein Jahr nach absolvierter Prüfung habe ich mir dann meinen Traum von der eigenen Praxis erfüllt.

Wie gestaltet sich Ihr berufliches Leben heute nach dem Kurs und mit der eigenen (nebenberuflichen) Praxis?

Durch den Kurs, die bestandenen Prüfungen und diverse Weiterbildungen konnte ich meine eigene Praxis eröffnen und darf nun die unterschiedlichsten Menschen bei der Lösungsfindung ihrer problematischen Situationen unterstützen. Meine Praxis betreibe ich nebenberuflich und bin natürlich immer bestrebt, mein Wissen kontinuierlich zu erweitern und mich fortzubilden. Aktuell beschäftige ich mich gerade mit der lösungsorientierten Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer, ein spannender, positiver und lebensbejahender Ansatz sowohl für Klienten als auch für Therapeuten!
Ich kann diesen Vorbereitungskurs allen empfehlen, die bereit sind, für ihre Ziele hart zu arbeiten – dann lohnt es sich in jedem Fall. Ob jemand wie ich eine eigene Praxis eröffnen möchte oder das Wissen in den bereits ausgeübten Beruf integriert – es eröffnet sich eine Vielzahl an Möglichkeiten, die einen persönlich und beruflich weiterbringen kann. Mein Traum hat sich erfüllt und ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Kurs entdeckt und absolviert habe. Alle Anstrengungen haben sich gelohnt und ich gehe in meiner Arbeit mit den Klienten auf. Zu sehen, wie jemand seine Schwierigkeiten bewältigt und neue Wege ausprobiert – es gibt für mich nichts Schöneres und Erfüllenderes, als die Menschen ein Stück auf diesen Wegen begleiten zu dürfen!

Haben wir Ihr Interesse geweckt. Unser nächster Vorbereitungskurs startet am 10.10.2020.
 
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